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"Hike for a Better Life"-Sponsorenwanderer sind zurück

12.04.2018

Fünf Tage auf Wanderschaft im nepalesischen Mittelgebirge, fünf Tage ein auf das Notwendigste beschränktes Leben führen, vier Nächte bei Nepalis schlafen und ihrer Kultur beiwohnen, fünf Tage ohne Kommunikation mit der Außenwelt und Tag für Tag mehr zu sich selbst finden – die „Hike for a Better Life“-Wanderer haben nicht nur einen guten Zweck erfüllt, körperlich tief verankert sind die Erlebnisse und Eindrücke dieser Reise.

Die Abwanderung in die Großstädte eindämmen

Vom 4. bis 16. März waren die 14 Sponsorenwanderer in Nepal. Ihr Ziel: Mit ihrer Wanderung Geld sammeln, um damit die Lebensbedingungen in den weit entlegenen Bergdörfern Nepals zu verbessern und die Abwanderung in die Großstädte einzudämmen. Und da lag nahe, dass die Wanderer sich vor Ort von den Bedingungen einen Eindruck verschaffen. Alexander Schmidt, Vorsitzender des Freundeskreis Nepalhilfe e.V. (FNH), hatte gemeinsam mit seiner Ehefrau Laxmi Gurung das Bergdorf Tangle im Parbat Distrikt ausgesucht und die Reise organisiert.

Bereits zum dritten Mal in Nepal aktiv

teamtischer hatte in der Vergangenheit schon die zwei Vor-Ort-Projekte „Werkstätten im Youth Hostel einrichten“ und „Wiederaufbau einer Schule nach dem Erdbeben“ gemeinsam mit dem FNH durchgeführt. In diesem Jahr initiierten wir die Sponsorenwanderung mit der Unterstützung des Kunden Unitymedia und der Beteiligung weiterer Sponsoren und Spender.

Mit nepalesischer Kultur vertraut machen

Die Gruppe, bestehend aus 12 Männern und 2 Frauen, die noch nie zuvor in Nepal waren, verbrachten die ersten Tage mit Sightseeing in Kathmandu und Pokhara. Sehr beeindruckt waren sie von den Projekten des FNH: ein Youth Hostel in Kathmandu und ein Kinderdorf für über 80 Kinder in Pokhara. "Im Gegensatz zu dem sonstigen Staub und Dreck in den Großstädten waren das echte Oasen der Ruhe und Sauberkeit.", sagt Martin Gabrys, der die Gruppe seitens teamtischer betreute.

Nachdem sich alle einigermaßen akklimatisiert hatten - es war Anfang März schon sehr warm in Nepal - startete die Gruppe am frühen Morgen des 9. März mit dem Bus zum Ausgangspunkt der Treckingtour: Beni auf 870 m Höhe. Sie passierten dabei die längste (440 m) und höchste (200 m über dem Fluss) Hängebrücke Nepals. Nach einem stärkenden Mittagessen wand sich die erste Etappe direkt über Treppen steil nach oben. Auf 1550 Höhenmetern übernachtete die Gruppe zum ersten Mal bei Einheimischen des Dorfes Banskharka, das schon eine gute Infrastruktur für touristische Wanderer bietet.

Auf und Ab der Pfade und der Emotionen

Begleitet wurde die Gruppe übrigens von 12 Trägern und einem Koch, der jeden Mittag ein leckeres Picknick zauberte. Schließlich kostete das stetige Auf und Ab viel Energie. Leider schlug das Wetter um, und der traumhafte Ausblick auf den Achttausender Dhaulagiri blieb den Teilnehmern verwehrt.

Nach vielen mühsamen Streckenabschnitten und noch zwei weiteren Übernachtungen in Bergdörfern, die nur zu Fuß zu erreichen sind, erreichte die Gruppe ihr Ziel: Das fernab gelegene Dorf Tangle auf 1960 m Höhe. Hier leben rund 200 Einwohner auf 45 Häuser verteilt und die Zeit scheint seit Jahrhunderten stehengeblieben zu sein. Nach dem Erdbeben ist die Hilfe bis hierhin nicht vorgedrungen. Deshalb hat die Dorfbevölkerung selbst angepackt und man sieht kaum noch ein verfallenes Gebäude. Eine Schule haben sie ebenfalls aus eigenen Mitteln gebaut. Doch es mangelt an der Ausstattung für die Schule, an einem Gemeinschaftshaus für die Jugendlichen und an einer guten Wasserversorgung.

Als die Sponsorenwanderer in Tangle eintrafen wurden sie nahezu von der gesamten Dorfbevölkerung herzlich mit Gesang und Tanz empfangen, wie übrigens in jedem Dorf, wo sie übernachteten. Die herzliche Atmosphäre und Gastfreundschaft berührte viele Teilnehmer. In äußert primitiven Unterkünften der Einheimischen bezog die Gruppe Quartier. Es war ein tolles Miteinander, trotz der sprachlichen Barrieren.

Sichtbare erste Aktivitäten in Tangle

Der FNH hatte über seinen nepalesischen Partnerverein FWHC schon einmal die ersten Aktivitäten in Tangle angestoßen. Für die Schule waren Stühle, Regale, Bodensitzkissen, Bodenbeläge, 3 Laptops, eine Kinderwippe, Badminton-Sets und Schreibmaterial beschafft und in den Ort transportiert worden. Ein Bauingenieur, der ebenfalls vor Ort war, erklärte den „Hike for a Better Life“-Wanderern den geplanten Bau des Gemeinschaftshauses. Die Dorfbevölkerung - vor allem die Frauen - gruben bereits einen Graben für die Wasserleitungen. Denn die Bedingung für die Unterstützung aus Deutschland war, dass sich die Dorfgemeinschaft selber an der Verbesserung der Infrastruktur beteiligt.

Von den Erlebnissen tief beeindruckt, von der Anstrengung kaputt, aber gesund kehrten die Teilnehmer in ihr Hotel in Pokhara zurück. Über 50.000 Euro haben sie für Tangle erwandert! Wir freuen uns, dass „Hike for a Better Life“ nicht nur hier in Deutschland, sondern vor allem bei den Menschen in Tangle so gut ankommt. Natürlich werden wir weiterverfolgen, was aus den geplanten Projekten wird. Die finanzielle Unterstützung erfolgt in Etappen nach Baufortschritt.

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